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26.11.2004
warten
Langsam hebt sich der Nebel, der sich in der Nacht über die gefrorene Oberfläche des Sees gelegt hatte. Die Morgendämmerung war schon fast vorrüber und das Licht des Tages eroberte sich das Land zurück.
Er stand vorsichtig auf. Seine Kleidung knisterte bei jeder Bewegung. Sie war etwas steif gefroren während der Nacht. Er zitterte erbärmlich. Noch konnte er die Kälte ertragen, aber lange würde er das Warten nicht mehr aushalten können.
Schwankend lehnte er sich an einen Baum und schaute auf den See hinaus. Nichts. Wieder nichts. Er wartete nun schon so lange. Doch da war nichts. Nur Eis und Schnee, aber nicht das wonach er suchte, nicht das worauf er wartete. Vielleicht würde es nie passieren. Vielleicht würde er hier einfach nur weiter warten. Solange wie es ihm möglich ist. Irgendwann würde er einfach erfrieren. Dann wäre alles vorbei.
Aber er würde warten. Bis zum bitteren Ende. Er kann nicht anders. Es gibt keine andere Möglichkeit für ihn. Vielleicht... ja, vielleicht würde es ja doch geschehen. Er würde warten. Warten.
©Copyright by Ronny Hänsch