; 08.09.2003

sinnvoll

Welchen Sinn das, was Du tatest, hatte weiß ich nicht. Vielleicht weil ich es nicht wissen kann, nicht einmal ahnen. Vielleicht weil ich es nicht wissen will, nicht einmal ahnen. Vielleicht weil ich es weiß, und mehr als ahne. Welchen Zweck es auch immer dienen sollte, Du warst erfolgreich! Vielleicht auf eine ganz andere Weise als Du es wolltest, als Du es dachtest. Vielleicht auch genauso, wie du es wolltest.
Du hast Dein Schwert gezogen. Zur Verteidigung, wie Du sagtest. Vielleicht zum Schutz. Vielleicht um Deine verletzte Seele zu schützen, die blutend an den Wunden Deines Kampfes am Boden lag. Vielleicht auch um mich zu schützen, indem Du mich angreifst. Das Schwert hast Du gegen mich erhoben. Und Du hast es benutzt. Du hast getötet, gemordet damit. Vielleicht ohne es zu wissen, ohne es zu merken, ohne es zu wollen. Vielleicht hast Du aber auch genau das gewollt, hast alles bemerkt, hast es gewusst, hast es gehofft. Gehofft alles zu töten, alles zu zerbrechen.
Du warst erfolgreich. Vielleicht war es nicht nötig, vielleicht war das aber auch alles, was nötig war. Du hast alles zerstört, alles ist zerbrochen, alles ist gemordet. Du warst erfolgreich, ich spüre noch die stinkenden Kadaver der Liebe im Schatten des Erinnerns liegen.
Alles hast Du zerstört. Nur die Stellen wo Du mich eins küsstest, wo Deine Seele sanft die meinige berührte, hat Dein Schwert nie erreicht. Es gibt kein Zurück. Es wird nie wieder Liebe geben. Die Liebe wurde ermordet, nun lebt nur noch die Liebe.
Dein Schwert, Du kannst es beiseite legen, oder es mir an den Ort des Herzens rammen. Das, was nun noch übrig ist, wird erst mit mir sterben - vielleicht nicht einmal das.

©Copyright by Ronny Hänsch