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18.04.2004
neu
Hastig stieg er die steinernen Stufen hinauf. Nur raus! Nur raus aus dem Licht, hinein in die Nacht - sich von der Dunkelheit umfangen lassen, die Nacht atmen.
Draußen angekommen lief er noch ein paar schnelle Schritte um aus dem Lichtschein des U-Bahnhofes zu gelangen. Dann hielt er inne und sog tief die kühle Luft ein. Langsam und zitternd sank er zu Boden.
Was war nur los? Alles war doch gut, alles war okay. Und doch saß er hier zusammengekauert auf der Erde. Er war zufrieden mit seinem Leben. An dieses merkwürdige Gefühl der Einsamkeit, des Nicht-Verstanden-Werdens hatte er sich doch schon seit Jahren gewöhnt. Und so stark wie früher war es doch auch schon lange nicht mehr. Heute war nichts anders als in den vergangenen Nächten oder Tagen. Kein besonderes Gefühl, keine außergewöhnlichen Geschehnisse. Es war nur ein leicht von der Realität abweichendes Gefühl: nur ein klein wenig anders, geringfügig verschoben.
Es hätte ihm vielleicht Angst machen sollen, dass ein Zusammenbruch so nah an seinem alltäglich Gefühlsleben ist. Aber da war nichts dergleichen: keine Angst, keine Furcht - nur kühle Leere.
Als er sich langsam wieder erhob spürte er, wie etwas die Leere in ihm füllte. Er blieb noch einen Moment stehen und dachte über dieses neue Gefühl nach. Es war die Nacht, die in sein Herz gefallen war und die es nun bis zum Überlaufen füllte. Zaghaft lächelte er und ging bedächtig weiter in die Nacht.
©Copyright by Ronny Hänsch