; 18.04.2004

Wo bist Du?

Wo bist Du? Wo bist Du nur?! Ich irre durch die dunklen Straßen einer Stadt, die ich nicht kenne. Nicht im geringsten. Wo bist Du nur? Ich habe Dich verloren. Oder hast Du mich allein gelassen? Warum? Warum hast Du das getan? Warum bist Du nicht hier? Warum bist Du nicht bei mir?
Versteckst Du Dich vielleicht, beobachtest mich heimlich und lachst über meine verzweifelten Rufe nach Dir? Wo bist Du nur? Ich schaue auf meiner suche in die Fenster der Häuser, renne die Straßen entlang, steige auf Dächer, haste Treppen hinauf, falle sie wieder hinunter, schlage mir die Hände auf. Ich achte nicht auf den Schmerz. Er wird übertönt von der Angst, Dich nie wiederzufinden, für immer ziellos auf der Suche nach Dir durch diese fremde kalte Stadt zu laufen.
Ich schreie laut und voller Angst, will Deinen Namen rufen. Und... Ich erinnere mich nicht mehr. Geschockt bleibe ich stehen. Ich erinnere mich nicht mehr. Ich weiß nicht mehr, wie Dein Name war. Ich weiß nicht mehr wie Dein Gesicht aussieht. Und mir wird klar, dass ich in dieser fremden Stadt an Dir vorbeilaufen könnte ohne auch nur zu ahnen, dass Du es bist! Ein Fremder unter Fremden. Zitternd vor Angst sinke ich zu Boden, kämpfe gegen die Tränen. Nur nicht weinen. Nicht hier, nicht jetzt, nicht in dieser fremden Stadt, nicht vor diesen Fremden. Was soll ich nur ohne Dich machen?! Warum bist Du nicht hier und nimmst mich tröstend in den Arm? Wo bist Du? Wo bist Du nur?
Angetrieben von der Angst Dich nie wiederzusehen, wenn ich nicht die ganze Welt nach Dir absuche, stehe ich wieder auf und stolpere weiter durch diese kalte, fremde und unfreundliche Stadt meiner Seele, in dem Bewußtsein mich selbst verloren zu haben.

©Copyright by Ronny Hänsch