; 19.07.2005

Die zwei Engel

Das Atmen fällt schwer. Er spürt wie die Dunkelheit an ihm zerrt. Sie will ihn zu sich holen, zu sich hinab will sie ihn reißen.
Und er spürt wie ein Teil von ihm ihr nachgeben will. Der Teil, der verstanden werden möchte. Restlos und vollständig.
Aber er ist ein Mensch. Und kein Mensch könnte in dieser Dunkelheit leben. Würde er dem Verlangen nachgeben müsste er aufhören Mensch zu sein. Das Dunkel ist das Einzigste, was im Dunkel existieren kann.
Aber zu viel in der Welt der Menschen ist ihm noch wichtig. Noch hängt er an zu vielen Dingen und Menschen, als das er alles aufgeben wollen würde. Doch nichts von alledem könnte ihn halten.
Das Einzigste was ihn bei den Menschen noch hält ist der Engel des Lichts. Sie weiß nicht, dass sie es ist. Sie weiß nicht, wie wichtig sie ist. Sie ist unschuldig, offen und frei. Ohne den Engel des Lichts würde seine Seele dem Ruf der Dunkelheit wahrscheinlich folgen.
Und so sehr er sich in manchen Momenten auch danach sehnt, so sehr ist er sich auch darüber im Klaren, dass das nicht das ist, was er wirklich will.

©Copyright by Ronny Hänsch