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11.05.2002
Der Sterne ungehörte Tränen
Manchmal, in besonders klaren Nächten, weinen die Sterne. Es sind nicht besonders viele Tränen, aber in jeder einzelnen steckt der Schmerz von Milliarden Augenblicken Einsamkeit.
Sie sind so hell, die Sterne und doch vergeht das Strahlen des Einzelnen in der Masse der Lichtpunkte am dunklen Himmelszelt.
Sie sind so unendlich allein und einsam, deswegen weinen sie manchmal, wenn sie in einer besonders klaren Nacht die Kraft dazu finden.
Doch durch die Kälte der Dunkelheit, die sie umgibt und der sie nur dadurch entkommen können, dass sie sich selbst verbrennen, gefrieren ihre Tränen. Es werden unförmige Klumpen aus Stein, Eis und Metall, die, wenn sie die Erde erreichen, in der Atmosphäre zu einem stillen Schrei verglühen und so ein Stück des Sternes zu uns bringen.
Sehen die Menschen eine solche Träne, so schließen sie in einem blinden Moment romantischer Naivität die Augen und wünschen sich etwas. Dass ihr Wunsch auf dem Leid anderer beruht interessiert sie nicht.
Die Sterne sind wohl einfach zu weit fort.
Ihre Schreie werden zwar wissenschaftlich untersucht, aber dennoch nicht erhört und ihre Tränen - erst als Wunderlampe verkannt - liegen nun in Museen oder verstauben in Regalen, katalogisiert, registriert, ignoriert.
Wenn der Mensch einmal in der Lage ist zu den Sternen zu fliegen, warum sollten sie ihn willkommen heißen?!
©Copyright by Ronny Hänsch