Schwarz?

Von dem größten Teil unserer Gesellschaft wird das Dunkel, das Schwarze als rein negativ, als schlecht, manchmal sogar als böse angesehen. Doch mit welcher Begründung?
Der einzigste Grund dafür ist die tief in der Seele verwurzelte Angst vor dem Unbekannten und die Tatsache, dass die Dunkelheit der Nacht den für die meisten Menschen wichtigsten Sinn - den Sehsinn - stark einschränkt.
Und wie so oft wird im Unbekannten das Böse erwartet. Diese Vorurteile sind es gegen die die Schwarze Szene anzukämpfen hat.
Von den meisten werden Menschen, die sich schwarz kleiden, als Grufties bezeichnet. Schon bei diesem einfachen kleinen Wort schwingt soviel Missverständnis, Desinteresse und Abfälligkeit mit, dass es eigentlich nicht verwundert, dass es in der Szene eigentlich mehr als Schimpfwort gilt. Die wenigsten treffen sich Nachts auf Friedhöfen oder feiern ihre Partys gar in der Gruft! Die Bezeichnung, welche auch von der Entstehung dieser Bewegung her - wenn man es so bezeichnen kann - die korrektere wäre, lautet Goth.
Ein weiteres großes Vorurteil ist, dass Goths häufig mit Satanisten gleichgesetzt werden. Nun, es mag satanistische Goths geben, so wie es Satanisten in nahezu jeder andren kulturellen Gruppe gibt. Doch beileibe nicht jeder Goth ist auch ein Satansjünger (in Wahrheit sind es die wenigsten) und auch nicht jeder Satanist ist ein Goth!!
Was macht einen Goth aus? Es gibt keine Liste von Dingen, die man erfüllen muss, um ein Goth zu sein. Früher war Gothic die Bezeichnung für eine Musikrichtung, doch in der Zwischenzeit ist es der Begriff für eine Lebenseinstellung geworden. Für eine Philosophie, welche sich gegen die Kälte, die Arroganz und Oberflächlichkeit der heutigen Spaßgesellschaft wehrt.
Man möchte sich von diesen Menschen abgrenzen, soweit und so absolut wie möglich. Das ist ein Grund, warum sich die meisten Goths schwarz kleiden. Aber es ist natürlich kein Muss!! Es gibt kaum einen Zwang in der Schwarzen Szene! Viele haben genauso blaue Jeans, helle T-Shirts usw. im Schrank hängen wie die meisten andren auch. Es widerspräche meines Erachtens nach allem was Gothic für mich ausmacht, wenn man eine Lebenseinstellung, die sich gegen Oberflächlichkeit wehrt, durch so etwas wie Kleidung oder Musikgeschmack definiert!
Warum diese Szene gerade für das Schwarze, das Dunkle, die Nacht eine solche Vorliebe entwickelt hat, lässt sich leicht erklären: Es ist das, was den verhassten Teil der Menschheit abschreckt. Und dass diese Angst vor der Dunkelheit nur auf einem weiterem Vorurteil beruht verstärkt den Effekt noch.
Doch man sollte auch eines nie vergessen: Es ist das Schwarze, dass Licht und Wärme nicht einfach nur kalt reflektiert, sondern in sich aufnimmt. Es ist das Schwarz, welches Wärme ausstrahlt. Es ist die Nacht, welche ein Sinnbild für Ruhe und Sinnlichkeit ist.

CARPE NOCTEM !